Schockierende Ähnlichkeiten

Schockierend!

Foto von last.fm; Bild von wikipedia

Und jetzt beruhigt mich mal, und sagt mir bitte, dass ich mir das alles nur übertreibe.
(Besonders, weil ich ihn im Moment gerade überall sehe. Aber irgendwas sagt mir, dass “Hey, du siehst aus wie Van Gogh…” ein ebenso schlechter Anmachspruch ist wie “Willst du hochkommen und meine VoPo-Uniform anschauen?”)

06.05.2009 | 3 Kommentare
Musikerinnen mit tollen Videos

Lenka schreibt und macht Musik, die für mich eine Spur zu süßlich ist und sich von den anderen female Singer/Songwriter-Musikerinnen nicht zu sehr unterscheidet, von denen Jahr für Jahr immer ein paar an den Strand des radiotauglichen Krimskrams gespült werden. Und nur wenige von denen bleiben dann auch wirklich auf dem Sand liegen.

Das wirklich Besondere an ihr sind ihre Videos. Als ich ihre CD in den USA kaufte, fragte mich die Verkäuferin sofort, ob ich schon eins davon gesehen hätte, und ja!, sie sind kleine Stop-Motion-Wunderwerke. Überrascht kaum, wenn sie sagt, dass diese von Miranda July und Michel Gondry inspiriert sind.

Lenka - We will not grow old Lenka - We will not grow old
Lenka - We will not grow old Lenka - We will not grow old

Lisa Hannigan ist die Stimme, die Damien Rices Soloalben und Lieder wie 9 crimes zu dem gemacht haben, was sie sind. Eben bevor er sie, eh… mehr oder weniger nett abserviert hat. Sie hat das Beste draus gemacht und nun ein eigenes Album aufgenommen. Die Lieder klingen nach… heiße Schokolade an regnerischen Tagen und salziger Meeresluft (wobei da ein bisschen Nostalgie und sehr viel Fernweh mitspielt). Besonders gefällt mir, dass der Hintergrund ihres Album-Covers von ihrer Mutter selbst gestrickt wurde. Ich schwärme zuviel - wer es mal anschauen möchte, kann auf die Screenshots klicken.

Lisa Hannigan - Lille Lisa Hannigan - Lille
Lisa Hannigan - I Don't Know Lisa Hannigan - I Don't Know

19.04.2009 | 0 Kommentare
Das Mixtape

Ich liebe Radio, auch wenn es mich beinahe ununterbrochen -das heißt: von 6 Uhr früh bis spät in die Nacht- nervt. Alle paar Jahre hinweg wechsele ich meinen Lieblingssender, wenn ich die Jingles nicht mehr ertrage, alle Moderatoren bennenen und noch dazu ihre blöden Witze auswendig kann.

Gründe dafür: Ich mag es, weil ich es auch nicht mag, andauernd meine eigenen CDs zu hören und diese dann irgendwann Leid zu sein, obwohl sie immer noch wunderbar sind. Ich mag es, weil das Radio irgendwie noch unberechenbar ist, selbst wenn man den neuesten Hit (den man schon beim ersten Hören nicht mochte) zum 6. Mal in einer Stunde hört. Was soll’s - ich kann immer noch umschalten.

Ich brauche Musik, zum Aufwachen, beim Umziehen, vor dem Einschlafen und zwischendurch. Und - das Beste daran - weil zwischen Mainstream und Radio 21 auch so manche Perle entdeckt, die da vor sich hin schlummert. Ein Lied, das du seit deinem 7. Lebensjahr nicht mehr gehört hast. Ein Lied, das du mal in einer Fernsehserie gehört hast. Ein Lied, das gerade perfekt zu deiner aktuellen Stimmung passt. Deswegen ist mein Lieblingssender auch das lokale Radioprogramm- da laufen afrikanische Trommelrythmen neben Schlagermusik; dort ist die Rate der magischen Radiomomente ein bisschen höher. Auch das Nachtprogramm der öffentlichen Sender kann nett sein, wenn sich das Musikteam musikalische Insider vorspielt und anschließend Emotionen austauscht.

Nur - diese magischen Momente im Radio sind flüchtig. Plötzlich ist er da, dein Radiomoment - dein Schmetterling! Wo mag das Schmetterlingsnetz denn heute wohl schon wieder sein? …kaum hat man es aus den Tiefen seines Schrankes herausgefischt, ist er verflogen. Der Sender spielt erbarmungslos ein neues Lied, natürlich ohne den Titel angesagt zu haben.

Hilfe muss her und deswegen greife ich jetzt auf das Kultobjekt Nr. 1. zurück. Ich gehe zurück in die Zeit, in der konzentrierte Jugendliche vor dem Radio saßen und den Radiomoderator verfluchten, der da in ihr Lieblingslied reinquatschte.  Ich mache ein Mixtape.  Nur - bei mir muss es nicht perfekt sein. Magische Momente werden leider eben auch von lästigen Moderatoren durchbrochen, aber wenigstens habe ich sie gefangen, bevor sie entwischen konnten. Jetzt müssen sie nur noch kommen. Und ich warte.

25.04.2008 | 7 Kommentare
Voldemort can’t stop the rock

Als die Brüder Joe und Paul DeGeorge 2002 eine Band namens Harry and the Potters gründeten, waren sie sich nicht bewusst, dass dies der Anfang einer neuen Fanbewegung werden würde. Mit einfachen und Potterorientierten Texten, schrammeliger Musik, Harry-Potter-Dresscode (Krawatte, Hemd, grauer Pullover) und Auftritten in Büchereien und Buchläden erreichten sie bald ein breiteres Publikum und Nachahmer. Selbstproduzierte Alben aus dem Familienwohnzimmer folgten.

Die aus Jux erfundene Spielerei entwickelte sich rasant zu einem neuen Musik-Genre namens Wizard Rock. Die Liste der Interpreten ist ebenso lang wie skurril und beinhaltet Namen wie The Parselmouths, Ministry of Magic oder The Remus Lupins. Die Texte erzählen von Freud und Leid im Rowling-Universum und Anekdoten aus Hogwarts.

Harry and the Potters

Das Phänomen der musizierenden Bücherliebhaber ist schwer begreiflich, ein wenig komisch und irgendwie sehr lustig. Um der noch nichtsahnenden Bevölkerung diese Subkultur ein Stückchen näher zu bringen, filmt die Dokumentation We are Wizards nun vor und hinter den Kulissen des Potterkults.

Denn diese Leute sind eben auch nur Menschen, die ihre Leidenschaft für ein Buch auf die etwas andere Weise ausdrücken. Eine Botschaft dabei ist “Fight Evil - Read Books” - für mehr Literatur im Alltag. Der Sinn scheint aber zunächst zweitrangig. Hier geht es um Spaß am Musizieren, am Zusammensein mit Gleichgesinnten mit einer Prise Verrücktheit und natürlich am Lesen. Kinder, die nie ein Instrument in den Händen gehalten haben, fangen an selber Musik zu machen. Musik verbindet eben. Harry aber auch.

18.03.2008 | 0 Kommentare
Falling slowly

Die Oscars sind mir unsympathisch. Irgendwas gefällt mir einfach nicht. Vielleicht ist es dieser Hype, der Jahr für Jahr darum veranstaltet wird, das ewige Besprechen der Kleidung, das endlose Abzählen von Trophäen, das abgeschliffene Geglitzer auf einem Teppich, der auch nur rot ist. Oder auch nur die Auswahl der Filme.

Aber was mir heute dennoch eine riesige Freude und Jauchzen vor dem Fernseher bereitet hat:

(klick)

Glen Hansard and Marketa Irglova nahmen nämlich den Oscar für “Falling Slowly” als besten Song für den Independent-Film “Once” entgegen. Hansard bedankte in wunderbarem irischen Akzent und Marketa Irglova wurde, nachdem man sie zuerst abgewürgt hatte, nochmals auf die Bühne geholt, um sich zu bedanken.

Dazu: Die Litfaßsäule vom 02.11.2007.

25.02.2008 | 3 Kommentare
Raschelnde Töne

Ein schlichtes “Find ich langweilig” war die erste Reaktion auf einen Vortrag über meine Liebe zu instrumentaler Musik. Dabei ist dieser Begriff noch viel zu übergreifend, denn dieses Gebiet kann man in ebenso verschiedene Sparten aufteilen, wie Musik mit Gesang- wobei ich nicht von klassischer Musik spreche.

Angefangen hat es mit den orchestralen Soundtracks zu meinen liebsten Soundtracks, der Weg schlängelte sich dann fast von allein in die Ferne. Zuerst war ich nur fasziniert, wie Musik einen Film untermalen kann und ein paar Töne die Erinnerungen an eine einzige Szene zurückholen. Noch glücklicher war ich, als ich Musik fand, die auch eigenständig stehen kann, so wie eine Sinfonie, aber moderner klingt und noch dazu eine ganz eigene Geschichte erzählt.

Allein der Titel regt zum Fantasieren an, was genau uns hier erzählt wird- so wie bei Explosions in the Sky, die ich schon vor einigen Jahren entdeckte. Die texanische Band mit den sympathischen Bandfotos erzeugt durch Gitarren und Schlagzeug ein emotionales Wechselspiel zwischen lauten und leisen, einfühlsamen Klängen. Titel mit poetischen Titeln wie “Lonely Train” oder “First Breath after Coma” lassen Platz für Interpretationen.

Explosions in the Sky

Und während ich noch verzweifelnd versuche, irgendwen mit mir zum Konzert nach Berlin zu schleppen, stoße ich auf my first trumpet. Das Album “FRERK” ist eine “Schlafzimmerproduktion” von Kevin Hamann, der sonst als ClickClickDecker deutsche Liedchen singt.
my first trumpet
dagegen ist interessante, instrumentale Musik: Da schnarrt, raschelt, klingelt, schnurrt und klappert es elektronisch vor sich hin. Musik zum Genießen. Und das Allerschönste daran: Man kann tatsächlich das gesamte Album (plus Cover zum Ausdrucken) legal und kostenlos herunterladen.

27.01.2008 | 0 Kommentare

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