Sommerlektüre

Ein bisschen Sommer ist noch, ich bin da optimistisch. Ein Freund fragte mich vor einem Jahr nach der passenden Lektüre für seine Urlaubstage, ich schickte ihm daraufhin eine Liste mit den Romanen, die meine letzten Sommer bestimmten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er bis heute nichts von der Liste gelesen hat. Vielleicht findet sie hier den richtigen Leser.

  • Banana Yoshimoto: Tsugumi
  • Ein bisschen wie Balsam ist dieses Buch. Es spielt in einem verregneten Sommer in einem verschlafenen Hafenstädtchen Japans und sollte damit auch noch die perfekte Lektüre für diesen Sommer sein. Eine (gar nicht doofe) Coming-of-Age-Geschichte gibt es obendrauf.

  • Donna Tartt: The Secret History
  • Den Sommer 2015 verbrachte ich hauptsächlich in Regionalzügen. Ich schleppte dieses Buch überall hin und sah nicht viel von den Bahnhöfen, an denen ich wartete, weil mein Kopf in diesem Buch steckte – so viel Sogkraft übte seit Harry Potter kein Buch mehr auf mich aus. Es hat ja aber auch die besten Zutaten dafür: Versnobte College-Studenten aus Neuengland und ein Geheimnis. Unbedingt in der Originalfassung lesen.

  • Siri Hustvedt: Der Sommer ohne Männer
  • Gerne hätte ich dieses Buch mit Liebeskummer gelesen. Leider hatte ich keinen. Vielleicht auch ganz gut so, denn die Protagonistin hatte ja schließlich schon welchen. Ein Buch, das nicht zu viel will und gerade deswegen so angenehm daherkommt.

  • Mark Twain: Huckleberry Finn
  • Ich hatte gerade mein Abitur bestanden und lag mit meinen Freundinnen und Huckleberry Finn am Strand. Bis heute ist es eins meiner Lieblingsbücher. Huckleberry Finn ist die Blaupause des amerikanischen Jugendromans, Holden Caulfield und seine Nachahmer können da einpacken.

  • Jeffrey Eugenides: Die Selbstmord-Schwestern
  • Las ich als gerade 16-jährige in der Hängematte im Garten meiner Eltern. Ich glaube, es gibt keinen besseren Zeitpunkt für dieses verträumte-stille-verstörende Buch, das mittlerweile eh jeder als Sofia-Coppola-Verfilmung gesehen hat. Trotzdem war es mit seinem wunderbaren Schreibstil mein erster Schritt in die »erwachsene« Belletristik und dafür bin ich bis heute dankbar.

Kommentare 2

  1. Vera 4. August 2017

    ha! heute in der bücherei gewesen (all meine bücher sind noch in kisten im keller, eine stichprobenartige suche ergab nicht die erwünschten treffer, aber zum glück gibt es ja die bücherei, wohl), und unter anderem ‚the secret history‘ ausgeliehen; habe nämlich vorgestern den re-read-august ausgerufen, vornehmlich, weil ich so lust darauf hatte, eben the secret history wieder zu lesen.

    (angefangen habe ich nun allerdings mit fräulein smillas gespür für schnee, ganz und gar unsommerlich, aber ich las es zuerst im sommer [eine eigenart von mir, im sommer lese ich gerne bücher mit möglichst viel eis und schnee], und daher ist es ein sommerbuch, für mich.)

  2. Sanna 12. August 2017

    Danke für diese tollen Tipps! Weil sie genau meinen Geschmack treffen, habe ich mir diejenigen davon ausgeliehen, die ich noch nicht gelesen hatte. Als erstes habe ich mir Hustvedt vorgenommen. Ich fand die Gedichte auf deutsch etwas schräg und das Spiel mit akademischer Sprache hat mir diesmal nicht gefallen, obwohl ich das bei anderen Büchern von ihr sehr geliebt habe. Dafür mochte ich sehr die Storyline mit dem Hexenzirkel und die anderen Charaktere.

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