Ein Herz für Bücher

Bücher sollten das Recht haben, zu leben. Hin und wieder hört man eine von diesen Schauergeschichten, in denen verzweifelte Leute ihre Bücher wegwerfen, weil sie einfach keine andere Alternative sahen. 

Ich musste mich schon damals sehr überwinden, als ich als Praktikantin im Buchhandel aus gesunden Büchern (durch auf-den-Boden-schlagen, Knicken und sonstige Brutalitäten) vergünstigte Mängelexemplare herstellen sollte. Natürlich, Recycling muss sein, aber man kann doch erstmal versuchen, seine Bücher auf andere Weise loszuwerden, ehe man sie dem Reisswolf zum Fraße anbietet.

Also, was tut man mit den ausgelesenen, abgestandenen, ungeliebten Büchern?

 1. Verkaufen
Natürlich kann man zum Beispiel beim größten deutschen Internet-Buchhändler gebraucht Bücher einstellen und erwerben. Aber mittlerweile gibt es auch andere Plattformen, bei denen man gebrauchte Bücher verkaufen kann.
Schöner und gemütlicher finde ich den alten klassischen Bücherflohmarkt, der hat immernoch mehr Stil und Atmosphäre.

2. Vertauschen
So ganz das, was man unter Tausch versteht, ist tauschticket.de dann doch nicht.  Anstatt mit Geld bezahlt man mit sogenannten „Tauschtickets“, die man dann erhält, wenn man eins seiner angebotenen Bücher von einer anderen Person angefordert wird. Ebenso umgekehrt: eins der Tickets geht flöten, wenn man ein Buch anfordert. Das Porto muss man dabei selbst bezahlen, ansonsten bleibt alles kostenlos.

3. Verschenken
Karikative Einrichtungen freuen sich immer mal über einen Stapel Bücher. Oder die Gemeindebibliothek. Die Schulbücherei oder der Kindergarten. Der oxfam-Laden an der Ecke (…)

4. Aussetzen
Unter dem Motto „Free your books“ entlassen Tausende von Bookcrossern täglich Bücher in die Wildnis. Auf der Parkbank, der Telefonzelle, im Bus… das Ganze ist so eine Art moderner Schnitzeljagd: Bücher markieren, sie aussetzen, im Internet vermerken. Wenn sie jemand findet, trägt er die entsprechende  Buchnummer auf der Internetseite ein, verewigt sich und setzt es wieder aus, nachdem er es gelesen hat.  So kann man immer sehen, wo und wann welches Buch weitergewandert ist.

5. Kreativ sein!
Kostet auch Überwindung, sieht aber schön aus: als Lampenschirm, Tapete, Geschenkpapier, Brosche, Scherenschnitt, und was einem noch so einfallen mag.

Kommentare 2

  1. Anna 11. Februar 2008

    „Ich musste mich schon damals sehr überwinden, als ich als Praktikantin im Buchhandel aus gesunden Büchern (durch auf-den-Boden-schlagen, Knicken und sonstige Brutalitäten) vergünstigte Mängelexemplare herstellen sollte.“

    Wieso das? Kann man nicht auch gesunde Bücher billiger verkaufen?

  2. Nina 15. Februar 2008

    Nein, weil das Gesetz vorschreibt, dass jedes Buch eine feste, vom Verlag vorgeschriebene Preisbindung hat. Deswegen hat ein Buch in allen deutschen Buchläden einen Preis. Damit man Bücher günstiger verkaufen kann, müssen sie Mängel, Kratzer und Spuren aufweisen.

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